PHA oder AHA: Welche Säuren verträgt empfindliche Haut?
Es gibt Säuren, die nicht brennen — ihre Moleküle sind einfach zu groß, um sich zu beeilen.
PHA sind ebenfalls peelende Säuren, aber mit großen Molekülen. Sie dringen langsam und nicht tief ein, deshalb brennen und reizen sie kaum. Die Wirkung ist sanfter und langsamer als bei AHA — dafür kommen sie sogar für Haut mit Rosazea infrage.
„Säuren sind nichts für mich, bei mir brennt und rötet sich alles“, sagt empfindliche Haut — und verzichtet ganz aufs Peeling. Dabei hat die Chemie längst Säuren speziell für sie entwickelt. Nur die Buchstaben auf der Packung sind weniger bekannt.
So funktioniert es
Der ganze Unterschied liegt in der Molekülgröße.
AHA (Glykol- und Milchsäure) sind Sprinter: Ihre winzigen Moleküle dringen schnell und tief ein und wirken kräftig. Daher kommen sowohl die Ergebnisse als auch der Preis: Kribbeln, mögliche Rötungen und eine notwendige Eingewöhnung. Glykolsäure ist die kleinste und intensivste Vertreterin.
PHA (Gluconolacton, Lactobionsäure) sind ruhige Marathonläufer: Ihre Moleküle sind um ein Vielfaches größer, sickern langsam in die Haut und bleiben in den oberen Schichten. Das Peeling ist entsprechend sanft — ohne Brennen und fast ohne Lichtempfindlichkeit. Dazu kommen Vorteile, die AHA nicht bieten: PHA ziehen Feuchtigkeit an und wirken als Feuchthaltemittel; außerdem besitzen sie antioxidative Eigenschaften. Im Grunde Säure und Pflege in einem Molekül.
Der Preis für diese Sanftheit ist vorhersehbar: Bei ausgeprägter Pigmentierung und tiefer Hautstruktur arbeiten PHA langsamer. Wo Glykolsäure in einem Monat Ergebnisse zeigt, braucht Gluconolacton zwei bis drei.
Achte in der Inhaltsstoffliste auf: Gluconolactone, Lactobionic Acid — PHA; Glycolic Acid, Lactic Acid — AHA. Eine Übergangslösung ist Mandelsäure (Mandelic Acid): formal eine AHA, aber mit großem Molekül.
Nicht kombinieren: am selben Abend mit Retinol oder anderen Säuren. Auch die Sanftheit von PHA ist kein Grund, mehrere Reizstoffe übereinanderzuschichten.
Wähle PHA, wenn
- deine Haut empfindlich oder dünn ist und sichtbare Äderchen oder Rosazea hat;
- du AHA ausprobiert und Brennen oder Rötungen bekommen hast;
- du Säuren parallel zu Retinol verwenden möchtest — an unterschiedlichen Tagen.
Wähle AHA, wenn
- deine Haut robust ist und du stärkere Probleme wie Pigmentflecken, Post-Akne oder unebene Textur angehst;
- du schneller Ergebnisse möchtest;
- Eingewöhnung und SPF für dich bereits Routine sind.
Häufiger Fehler. Zu glauben, eine „sanfte Säure“ dürfe vom ersten Tag an täglich und ohne SPF verwendet werden. PHA sind nachsichtiger, doch die Regeln bleiben: langsam steigern und Sonnenschutz tragen. Sanft bedeutet nicht grenzenlos.
Übrigens: Gluconolacton ist dem Körper nicht fremd — es ist ein Glukosederivat und Teil unseres eigenen Stoffwechsels. Vielleicht nimmt die Haut es deshalb so gelassen auf.
Nur zur Information, keine medizinische Beratung. KI kann sich irren.