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Tages- oder Nachtcreme: wirklich unterschiedliche Formeln oder Marketing?

Sonne und Kopfkissen stellen unterschiedliche Ansprüche an eine Creme – doch nicht jeder braucht zwei Tiegel.

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Kurz gesagt

Der Unterschied ist real: Tagsüber geht es um Schutz (SPF, Antioxidantien, leichte Textur unter Make-up), nachts um Regeneration (Retinol, Säuren, reichhaltige Pflege). Hat eine Creme aber weder SPF noch Wirkstoffe, sind „Tag“ und „Nacht“ bloß Worte auf dem Tiegel.

Zwei Cremes, die gleich aussehen: Auf der einen ein Sonnensymbol, auf der anderen ein Mond – und der Verdacht liegt nahe, dass du einfach zwei Tiegel statt eines kaufen sollst. Der Verdacht ist berechtigt. Aber nur zur Hälfte.

So funktioniert es

Eine Tagescreme arbeitet wie ein Bodyguard. Tagsüber greifen UV-Strahlung, Stadtluft und freie Radikale deine Haut an. Eine gute Tagescreme enthält daher SPF oder lässt sich gut mit einem darüber aufgetragenen Sonnenschutz kombinieren; außerdem stecken Antioxidantien wie die Vitamine C und E in der Formel. Ihre Textur ist leichter: Unter Make-up braucht niemand schwere Fettigkeit.

Eine Nachtcreme ist das Reparaturteam. Nachts regeneriert sich die Haut am aktivsten – und sie verliert dann auch mehr Feuchtigkeit: Der transepidermale Wasserverlust steigt gegen Abend. Deshalb sind die Texturen dichter, enthalten Öle und Ceramide – sowie „ernsthafte“ Wirkstoffe wie Retinol und Säuren, die nicht in die Sonne gehören.

Nun der ehrliche Teil: Enthält eine Creme weder SPF noch lichtempfindliche Wirkstoffe, ist sie einfach eine Feuchtigkeitscreme – um 8 Uhr morgens genauso gut wie um 23 Uhr. „Tag“ und „Nacht“ ohne passenden Inhalt sind tatsächlich Marketing.

Zwei Cremes lohnen sich, wenn

  • die Tagescreme SPF und die Nachtcreme Retinol oder Säuren enthält;
  • deine Haut abends reichhaltige Pflege braucht, unter Make-up aber Leichtigkeit;
  • du verschiedene Ziele hast: Schutz am Tag, Anti-Aging in der Nacht.

Eine reicht, wenn

  • deine Creme eine Basis-Feuchtigkeitspflege ohne Wirkstoffe ist;
  • du SPF separat aufträgst (und das ist richtig so);
  • deine Routine minimalistisch ist und deine Haut zufrieden ist.

Häufiger Fehler. Eine Nachtcreme mit Retinol morgens aufzutragen, „damit sie nicht verschwendet wird“. Retinol wird durch Licht abgebaut und erhöht die Sonnenempfindlichkeit – morgens ist es zugleich nutzlos und leicht schädlich.

Übrigens: Die Hautreparatur erreicht ihren Höhepunkt ungefähr in der ersten Nachthälfte – „Schönheitsschlaf“ ist keine Metapher, sondern der Zeitplan der Zellteilung.

Nur zur Information, keine medizinische Beratung. KI kann sich irren.